Di

11

Nov

2014

"Ich will nicht mehr leben. Helfen Sie mir?"

Mit 29 Jahren beendete Brittany Maynard ihr Leben. Ein zehn Monate zuvor diagnostiziertes fortgeschrittenes unheilbares Glioblastom gab sie als Grund an. Seitdem ist sie wieder da: die Debatte um die Sterbehilfe...

Darf ein Mensch sein eigenes Leben selbstständig beenden? 

Darf ein Mensch gegen seinen Willen am Leben erhalten werden?

Ist das Leben lebenswert - mit täglich starken Schmerzen und mit völliger Abhängigkeit von anderen? 


So viele Menschen, wie es gibt, so viele Antworten gibt es auf diese Fragen. Wie ist Deine Antwort darauf? Hättest Du ähnlich wie Brittany gehandelt? 


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Mi

15

Okt

2014

"Nein-Sagen" - wie einfach ist das?

"Ich muss einspringen." ist ein häufig gehörter Satz in der Pflege.

Warum sage ich "ja", wenn ich doch "nein" meine? Darf ich überhaupt "nein" sagen? -> In unserem neuen Blogeintrag geben wir Dir kurze Tipps und freuen uns auf Deine Kommentare.

Jeder von uns kennt diesen Anruf: "Du musst einspringen. Kannst Du den Spätdienst übernehmen?"


Eigentlich nicht, weil Du Dich nachmittags endlich mal wieder mit Deiner Freundin treffen wolltest,

weil Du Deinem Kind den Kinobesuch versprochen hattest,

weil Du die Fenster putzen wolltest oder weil ...


Eigentlich ja, weil Du das Treffen mit Deiner Freundin auch verschieben kannst (zum wievielten Male eigentlich?),

weil Dein Kind es verstehen wird und Du es auch mit seinem Freund ins Kino allein gehen lassen kannst,

weil die Fenster auch warten können ...

Na klar, wir helfen gern. Sonst hätten wir nicht diesen Beruf gewählt. Und jeder ist doch schon mal eingesprungen. Das macht man doch auch, denn wir wollen weder unsere Pflegebedürftigen noch unsere Kollegen im Stich lassen.


Wenn Dir bei solch einem Anruf Dein Bauch und Dein Herz aber "nein" sagen und nur Dein Verstand "ja", dann solltest Du es Dir genau überlegen.

Ständiges "Einspringen" und "ja-sagen" können nämlich auch zur Belastung werden. Der soziale Kontakt (Freunde treffen) kann darunter leiden oder die Partnerschaft, die Familie und sogar der eigene Körper, weil die Erholungsphasen zu gering sind.

Hier kommen einige Tipps, damit Du die für Dich richtige Entscheidung in solch einer Situation findest:


  1. Tipp: Du musst nicht sofort "ja" oder "nein" sagen
    Du darfst Dir gern Zeit lassen beim Beantworten. Daher bitte um eine kurze Bedenkzeit. Sage, dass Du in fünf Minuten zurückrufen wirst.
    Nutze diese fünf Minuten, um folgende Fragen für Dich zu beantworten:
    - Möchte ich selbst einspringen?
    - Habe ich genug Kraft und Energie, um den Dienst gut zu schaffen?
    - Muss niemand "zurückstecken", wenn ich einspringe?
    Hast Du diese drei Fragen mit "ja" beantwortet, dann kannst Du den Dienst durchführen.

  2. Tipp: Erkundige Dich z. B. bei der Gewerkschaft oder einem Pflegeverband, wie Deine rechtliche Situation ist:
    - Du musst nicht im "Frei" erreichbar sein.
    - Du musst nicht in Deiner Freizeit mit Vorgesetzten Arbeitsgespräche führen.
    - Du musst keine Kolleginnen zu Hause anrufen.
    - Du musst in Deiner Freizeit nicht arbeitsfähig und fahrtauglich sein.
    - Du darfst Änderungen in Deinem Schichtplan ablehnen.
    - Du darfst sagen, dass es einseitige Dienstverpflichtungen durch Arbeitgeber 
      nicht gibt.
    - Du darfst Dir einen Befehlston verbieten.
    - Du darfst den Hörer einfach auflegen.
    (Quelle: http://www.schichtplanfibel.de/meinfrei1.htm)

  3. Tipp: Finde heraus, warum es Dir schwer fällt "nein" zu sagen
    - Ist es die Angst davor, abgelehnt oder nicht mehr gemocht zu werden?
    - Ist es das Gefühl, Deine Pflegebedürftigen und / oder Kollegen im Stich zu 
      lassen?
    - Ist es die Angst vor Konsequenzen?
    Zu diesen oder ähnlichen Ängsten kommt noch oft hinzu, dass der Anrufer es Dir nicht leicht macht, "nein" zu sagen. Vielleicht kennst Du einige der folgenden Strategien:
    - Schmeicheleien
    - Schlechtes Gewissen einreden
    - Mitleidstour
    - Druck
     
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Mo

29

Sep

2014

Ich lebe, um zu arbeiten ….. oder … Ich arbeite, um zu leben?

Innere Unruhe, SchlafstörungenKonzentrationsmangel bestimmen mein Leben. Will ich dieses Leben noch?

Was ist das da in mir? Was lässt mich so unruhig werden? 

Schon seit einigen Tagen beobachte ich das. Bisher war doch alles gut geregelt: aufstehen, zum Dienst gehen, nach Hause kommen, ausruhen, ein bisschen Hausarbeit oder im Garten etwas machen oder die Kinder bei den Hausaufgaben betreuen, Abendessen, noch ein bisschen fernsehen und dann ab ins Bett.


So war das bisher und es war gut. Nun aber fühlt sich dieser Ablauf "nicht mehr richtig" an.

Wir haben einen neuen Bewohner: Wachkomapatient, 33 Jahre alt und damit nur zwei Jahre älter als ich. Und plötzlich tauchen da Fragen in mir auf: wenn ich jetzt noch zwei Jahre wie bisher weitermache und dann auch ins Wachkoma falle …

Was hatte ich dann von meinem Leben?
Arbeiten bis zum Umfallen, 12 Tage und mehr am Stück arbeiten, Wochenenden arbeiten, Feiertage arbeiten und Weihnachten nicht bei meinen Kindern sein. Geburtstagsfeiern absagen, Grillfeste beim Nachbarn absagen, da ich mal wieder Spätschicht hatte.


Plötzlich gefällt mir mein "altes Leben" nicht mehr. Ich liebe meinen Beruf, ich liebe meine Bewohner, ich tue Sinnvolles … ich möchte als nichts anderes arbeiten.

Aber mir fehlen die privaten Highlights: tanzen, feiern, lachen, ausgeschlafen sein, aktiv mit den Kindern auch nach dem Dienst herumtollen ...


Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu meinem Beruf und der Liebe zu meiner Familie und zu meinem Leben.


Kennst Du dieses Gefühl auch? Hast Du eine Lebensweisheit für mich?

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Mi

17

Sep

2014

Alle reden von der "Titanic" … sie war nichts im Vergleich zu der Katastrophe, die ich erlebte

 

Etwa 1500 Menschen starben beim Schiffsunglück der "Titanic". Herr H. berichtete mir, das er ein Schiffsunglück mit über 9000 Toten überlebte ...

2 Kommentare

Ich höre gern zu, wenn Patienten etwas aus ihrem Leben berichten. Neben vielen Lebensweisheiten, die mir bei Ärger mit den Eltern, Liebeskummer, erster Schwangerschaft usw. halfen, erfahre ich auch oft Interessantes aus der Geschichte.


Es ist noch nicht lange her, da begegnete ich einem Mann, über 90 Jahre alt, der zu mir - sehr verbittert - sagte:

"Kennen Sie das Schiffsunglück der Titanic? Sie war nichts im Vergleich zu der Katastrophe, die ich überlebte."

Ich wurde neugierig und er berichtete:


"Ich war um die 20 Jahre alt. Frisch verliebt, Elli und ich wollten heiraten. Als Marinesoldat war ich in Kiel stationiert. Mein Schiff war die "Wilhelm Gustloff", eigentlich ein Kreuzfahrtschiff, aber im Krieg wurde es auch als Lazarettschiff eingesetzt. 

Wir sollten verwundete Soldaten und Zivilisten aus dem heutigen Polen in das westliche Reichsgebiet bringen. Am 30. Januar 1945 begann die letzte Fahrt der "Gustloff"...

Es befanden sich über 10.000 Menschen an Bord, obgleich das Schiff ursprünglich nur für etwa 2000 Menschen konzipiert war.

Wir wurden beschossen … mit Torpedos … Ich höre noch immer die Schreie, so viele Kinder waren an Bord, ich höre das Zerbersten der Bordwände, das Chaos, die Todesangst der Menschen … All das begleitet mich seit diesem Tag in meinem Leben.

Über 9000 Menschen blieben auf See, sie starben unter den Trümmern und in den eisigen Fluten der Ostsee. Es war ein bitterkalter Tag damals, so um die 20 Grad minus.

Ich überlebte. Viele meiner Kameraden nicht. 

Elli und ich heirateten ... ich hatte großes Glück."

 

Begegneten Dir auch bereits solche Zeitzeugen unserer Geschichte? Was erlebten Deine Patienten / Bewohner in ihrem Leben?

Wenn Du mehr über die "Wilhelm Gustloff" erfahren möchtest, dann schaue doch mal auf Wikipedia nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Gustloff_(Schiff)#cite_ref-21

Bildquelle: Jerzy Sawluk/pixelio.de

 

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In unserem Blog reden wir über uns und was uns in unserem Beruf und im Leben bewegt.
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